Cross-County, Enduro, Freeride: Mountainbike ist nicht gleich Mountainbike. Für lange Rennen, anspruchsvolle Touren, steile Bergabfahrten oder waghalsige Stunts im Bikepark: Für jedes Gelände gibt es das passende Modell. Hier ein Überblick über die wichtigsten Mountainbikes.
Je nach Gelände und Einsatz des Mountainbikes – eines seiner wichtigsten Bauteile ist die Federung. Sie dämpft Erschütterungen und sorgt für komfortables Fahren auch auf noch so holprigen Wegen. Bei der Federung unterscheidet man zwischen Hardtail und Fullsuspension (Fully).
Hardtail bedeutet, dass das Rad nur vorne eine Federgabel hat, aber keinen Dämpfer am Hinterbau. Hardtail-Mountainbikes werden vor allem beim BMX und Cross Country eingesetzt. Im Gegensatz dazu sind Fully-Mountainbikes vorne und hinten vollgefedert.
Heiße Rennen: Cross Country
Für schnelle Fahrten auf Asphalt und auf unbefestigten Wegen eignet sich das Cross-Country-Mountainbike am besten. Cross Country steht zugleich für eine seit 1996 olympische Mountainbike-Disziplin. Von asphaltierten Straßen über Wald-, Feld- und Kieswege bis hin zu Steigungen und Abfahrten müssen Mountainbiker eine Rundstrecke mit unterschiedlichem Gelände mehrfach durchfahren. Ähnlich aufgebaut, nur deutlich länger, sind die Strecken beim MTB-Marathon.
Typisch für das Cross-Country-Mountaibike sind sein niedriges Gewicht von teilweise unter zehn kg, die Hardtail-Federung und der geringe Federweg von 60 bis 80 mm.
Ideal für Berge: All Mountain
Ob einfache Tour oder anspruchsvolle Alpenüberquerung: Das All-Mountain-Bike ist ein wahrer Alleskönner und eignet sich für jede Geländelage. Anders als beim Cross Country haben seine Reifen ein breiteres und stärkeres Profil, da sie ganz unterschiedliche Strecken bewältigen müssen.
Die weniger gestreckte Sitzposition auf dem All Mountain ermöglicht seinem Fahrer bei Anstiegen eine effektive Kraftübertragung. Das All Mountain wiegt zwischen zwölf bis 15 kg, die Federwege haben eine Reichweite zwischen 100 bis 140 mm. Es ist sowohl als Hardtail als auch als Fully erhältlich.
Im schwierigen Gelände: Enduro
Wo das All-Mountain im Gelände an seine Grenzen stößt, kommt das vollgefederte Enduro ins Spiel. Egal, ob es den Berg hinauf oder hinab geht – das Enduro meistert beides effizient. Es hat einen wesentlich größeren Federweg von 140 bis 160 mm, ein variables Fahrwerk sowie noch breitere und stärker profilierte Reifen. Auf diesem Modell sitzt der Fahrer aufrechter als beim Cross Country oder All Mountain. Es wiegt zwischen 13 und 16 kg.
Mountainbike extrem: Freeride
Steile Bergpassagen genau so locker nehmen wie meterhohe Sprünge: das ermöglicht das Freeride-Mountainbike. Für komfortables Fahren auch auf noch so schwerem Gelände sorgen
Vollfederung, große Federwege von 130 bis 200 mm, moderne Dämpfungssysteme und absenkbare Federgabeln.
Nur etwas für ganz harte Biker ist das Freeride Extreme. Bei der vom Snowboard Freeriding, Freeskiing und Motocross beeinflussten Sportart nimmt der Mountainbiker mehr als zehn m hohe und über 20 m weite Sprünge über natürliche Hindernisse, hohe Felsen und Klippen. Das erfordert neben einem extrem robusten Freeride mit Federwegen zwischen 200 bis 300 mm vor allem auch Schutzkleidung für den Fahrer mit Helm, Schulter- und Gelenkschützern und Handschuhen.
Schwergewicht für steile Abfahrten: Downhill
Ohne Schutzkleidung geht es auch nicht beim Downhill, den schnellen Abfahrten in schwerem
Gelände. Die dafür konzipierten Downhill-Mountainbikes sind mit über 20 kg schwerer als andere Räder – eine Folge ihrer sehr stabilen Bauart, die aufgrund der hohen Belastungen bei den Abfahrten erforderlich ist. Der Aufstieg wird mit dem schweren Downhill allerdings zur schweißtreibenden Quälerei, weshalb sich Bikeparks oder Gebiete mit Seilbahnen und Liften für diese Sportart anbieten.
Besonders stark strapazierfähig sind auch die Bremsen des Downhill, um den hohen Beanspruchungen bei der Abfahrt standzuhalten. Es werden Scheibenbremsen mit großem Bremsscheibendurchmesser (190 bis 210 mm) verwendet. Ein vollgefederter Rahmen, große Federwege bis zu 200 mm sowie eine Doppelbrücken-Federgabel sorgen für die nötige Torsionssteifigkeit.
Sprünge und Stunts im Bikepark: Trial und Dirtbikes
Anspruchsvolle Hindernisparcours absolvieren, aus dem Stand mit dem Fahrrad auf eine Mülltonne oder über Erdhügel springen: Kein Problem für Trial und Dirtbikes, die mit ihren Fahrern vor allem in Bikeparks anzutreffen sind.
Das Trial erkennt man an seiner sehr geringen Rahmenhöhe, seinem tiefen und meist nur angedeuteten Sattel, der Starrgabel und den wenigen Gängen. Durch diese Konstruktion hat der Biker größtmögliche Bewegungsfreiheit für Stunts.
Ein kleiner, wendiger Rahmen, dazu geringes Gewicht und gar keine Gangschaltung sind charakteristisch für das Dirtbike. Es hat einen relativ kleinen Federweg von 65 bis 100 mm, da die Federgabel primär nur zum Abdämpfen der Landung benötigt wird. Das Leichtgewicht begünstigt Rotationen seines Fahrers und eignet sich ideal für Sprünge über Hindernisse jeglicher Art. Am bekanntesten ist der Dirt Jump, der meist mit einem Trick verbundene Sprung über einen Erdhügel.
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